Menu
Diverses 

Wo soll das alles hinführen? Blogger-Burnout

Blogger Burnout
Schwierig, darüber zu schreiben, schwierig, den richtigen Titel dafür zu finden. Und keine Angst, ich persönlich habe kein Blogger-Burnout, mache mir aber trotzdem so meine Gedanken darüber. Ein Auslöser war die Denkst-Konferenz, auf der es viel um Blog-Vermarktung und Geldverdienen ging, um Strategien, noch mehr Leser zu erreichen, um Steuererklärungen und Kooperationen. Ich habe vor drei Jahren mit meinem kleinen Blog mit noch recht bescheidenem Layout angefangen, weil ich meine Näh- und Bastelergebnisse zeigen wollte. Mehr nicht. Einfach so zum Spaß. Ich habe mich in Html reingefuchst, habe mir von meinem Mann zeigen lassen, wie man Fotos bearbeitet und mir bei anderen abgeschaut, wie man überhaupt so einen Post schreiben kann. Ich hatte so gut wie keine Leser und habe mich über jeden einzelnen unheimlich gefreut. Mache ich jetzt übrigens auch noch!
Der Blog wächst und wächst
Nach und nach kamen neue Social Media Seiten dazu, ich habe auf Workshops sowie auf Konferenzen viel Neues gelernt und umgesetzt. Nach und nach kamen mehr Leser dazu. Ich habe mir ein neues Layout gekauft und selbst daran rumgebastelt und meine Social Media-Seiten verbessert. Ich habe jetzt einen festen Ablauf, wann ich was wo poste und teile. Je mehr Leser man bekommt, desto mehr Kommentare kommen, die man möglichst auch gerne beantworten möchte. 
Und dann kommen die Kooperationen
Plötzlich kommen fast täglich Anfragen von Firmen, die irgendwas bei mir vorstellen möchten. Anfangs freut man sich über alles und lässt sich beschenken und fühlt sich total geehrt. Und ich denke, die wenigsten würden sowas ablehnen. Dann kommen andere Blogger und mäkeln rum, dass kleine Blogger zu wenig Geld für Kooperationen nehmen würden. Und man denkt sich, hä?, ich bin voll happy, kann euch doch egal sein, dann macht es halt nicht, wenn ihr euch dafür zu schade seid. Später merkt man dann aber, dass man Bloggern, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen, das Geschäft kaputt macht. Na, das will man nun auch nicht. Und man möchte sich ja auch nicht unter Wert verkaufen. Je mehr Anfragen kommen, desto eher ist auch was dabei, was man richtig toll findet, was man seinen Lesern wirklich gerne zeigen möchte. So zum Beispiel der Filzkugelteppich, den ich bis heute liebe und uneingeschränkt weiterempfehlen kann. 
Die lieben Steuern
Dann kommt aber der Punkt, an dem man versteht, dass das langsam ein bisschen viel wird. Dass man sich mal mit einem Steuerberater unterhalten sollte, wie das denn so aussieht. Weil man möchte ja um Gottes Willen nichts Illegales machen. Und das ist kompliziert, das sage ich euch. 410 Euro darf ich im Jahr verdienen, ohne dass ich das bei der Steuer angeben muss. Das ist der Betrag, der entsteht, wenn man die Ausgaben von den Einnahmen abzieht. Da ich viel auf Konferenzen und Messen unterwegs war dieses Jahr und auch noch sein werde, sind die Ausgaben bei mir noch gut mit den Einnahmen zu verrechnen. Aber trotzdem muss ich mir alles aufschreiben und aufpassen. Oder mir überlegen, wenn ich noch mehr Kooperationen annehme, ob sich das für mich lohnt, wenn ich die Hälfte davon bei der Steuer abgeben muss. 
Will ich mit meinem Blog Geld verdienen?
Das ist so schwierig zu beantworten. Ich bin verbeamtete Lehrerin, bin das gerne und werde das nie an den Nagel hängen. Also wäre es sowieso nur ein Nebenverdienst für mich. Aber ich möchte keiner von den Blogs werden, bei denen jeder Post mit „Werbung“ beginnt. Ich habe da wirklich kein Problem mit und freue mich auch auf anderen Blogs über gute Anzeigen, aber der ein oder andere nichtgesponserte Post sollte doch auch dabei sein. Ich hatte dieses Jahr nur zwei Werbeposts (ich kennzeichne das immer ordentlich für euch), für die ich entweder Geld oder ein Produkt über 100 Euro bekommen habe.  Ein paar dürfen es noch werden, aber dann reicht es für mich. Ich bin sehr froh, dass ich nicht darauf angewiesen bin, ständig Kooperationen anzunehmen oder Werbebanner schalten zu müssen.
Bloggen zwischen Hobby und Beruf
Sind Blogger schlechte Eltern?
Manchmal ja, wenn man das so sagen kann. Ich habe Finn schonmal eine halbe Stunde später aus dem Kindergarten abgeholt, weil ich das gute Licht noch für ein Foto nutzen wollte. Gut, er wird daran nicht gleich sterben, aber irgendwie kam ich mir dabei schlecht vor. Er muss ja auch damit leben, dass ihr immer mal wieder was von ihm zu lesen bekommt. Ich versuche das aber so zu halten, dass er sich dafür nachher nicht irgendwie schämen muss. Genau deshalb poste ich auch nur Fotos von ihm, wo man ihn von hinten oder der Seite sieht, so dass man ihn nicht wirklich erkennen kann. Mir persönlich ist es wichtig, dass er nachher selbst entscheiden kann, ob er das möchte oder nicht. Und manchmal gibt es Situationen, in denen ich Fotos oder Videos mache und dann merke, ich habe selbst nichts live mitbekommen. Das ist der Grund, warum ich zum Beispiel kein YouTube habe oder Snapchat kaum nutze. Ich möchte keine Videos von Finn machen, wenn wir unterwegs sind, ich möchte ihn erleben.
Stress mit dem Blog
Der zweite Auslöser, warum ich diesen Post schreibe, war ein Facebook-Video einer Bloggerin, die einige ihrer Kanäle gelöscht hat, weil sie einfach nicht mehr konnte. Ok, sie hat auch einen riesigen Blog und das ist ihr Hauptberuf, aber kleine Parallelen habe ich gefunden. Ich stresse mich oft damit, dass ich dienstags unbedingt ein DIY online stellen muss. Manchmal habe ich am Wochenende davor aber einfach keine Zeit, was zu basteln oder keine Idee und dann setze ich mich unter Druck. Das macht dann plötzlich nicht mehr so viel Spaß, wie es ein Hobby doch machen sollte. Und dann nimmt man Kooperationen an, bekommt etwas geschickt und weiß, dass man darüber jetzt aber auch bald bloggen muss. Entweder muss man sich an bestimmte Vorlagen halten oder muss sich überlegen, wie man das Produkt möglichst elegant unterbringt. Auch das kann stressen. Und am liebsten soll der Post über die Messe zwei Tage später online gehen. Der Urlaub muss doch auch noch verbloggt werden und um Himmels Willen, ist denn morgen schon wieder Dienstag?
Social Media Stress
Auch hier ist es leider nicht anders. Ich habe mich schon damit gestresst, bei Instagram jeden Abend um 20 Uhr ein Foto zu posten. Aber an manchen Tagen habe ich einfach kein schönes Foto. Jetzt poste ist halt auch mal einen Tag nicht. Was soll’s. Ich poste weiter auf allen Kanälen, weil ich mich ja immer freue, wenn viele Leute meine Geschichten lesen und womöglich noch teilen, aber auch das kostet Zeit. Früher konnte ich mich durch alle Bilder bei Instagram klicken, habe alles bei Facebook gelesen und beim Creadienstag jedes DIY kommentiert. Das schaffe ich nicht mehr. Mein eigener Blog ist zu viel geworden, ich habe leider kaum mehr Zeit, andere noch zu würdigen. Montags scrolle ich mich durch meine Blogroll bei Bloglovin und freue mich darüber, was die anderen so schreiben, aber zum Kommentieren komme ich kaum noch. Schade eigentlich.
Und jetzt?
Tsja, wenn ich da eine Antwort hätte. Ich denke, ich versuche weiterhin zweimal die Woche zu posten, aber wenn ich mal kein DIY am Dienstag habe, dann gibt es halt mal keins. So! Und wenn wir bald drei Wochen in den USA sind, werde ich auch keine 6 Posts vorbereiten. Das ist doch echt Quatsch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ihr mir böse seid, wenn mal weniger Posts kommen, dafür sind sie aber mit mehr Liebe gemacht. Oder sehe ich das falsch? Ich bin selbst ja mein größter Feind, weil ich immer so perfektionistisch bin, aber ich möchte mir einfach nicht mehr so viel Stress mit einem so schönen Hobby machen. Ich könnte auch mal probieren, einfach dann zu posten, wenn ich eben was gemacht habe oder euch was mitteilen möchte. Dann habe ich aber Angst, dass ich keinen Druck mehr habe und es so vor sich hinläuft und irgendwann immer weniger wird. Oder ich blogge immer nur noch dienstags im Wechsel ein DIY und ein anderer Post. Ich weiß es selbst nicht.
Wie macht ihr das denn? Postet ihr regelmäßig zu bestimmten Tagen oder immer dann, wenn ihr Lust dazu habt? Macht ihr euch manchmal Stress und habt ihr euern Blog schonmal in Frage gestellt? Schwankt ihr auch zwischen Hobby und Beruf? Schreibt mal gerne was dazu in die Kommentare!